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Der Vergangenheit auf der Spur - Schüler*innen der IGS Peine arbeiten in der Gedenkstätte Schillstraße in Braunschweig

schillstrasse-bDer Besuch der Zwölftklässler*innen der IGS Peine in der Gedenkstätte Schillstraße machte ihnen deutlich, dass der Nationalsozialismus und seine Verbrechen nicht irgendwo stattfanden, sondern direkt vor der Haustür.

Die Gedenkstätte Schillstraße ist gleich in zweifacher Hinsicht Ort des historischen Erinnerns: einerseits erinnern schon der Name und vor allem das Schilldenkmal an Major Ferdinand von Schill, der 1809 im Zuge eines von ihm gegen die französische Herrschaft initiierten gewalttägigen Aufstands gefallen ist. Darüber hinaus wurde das Denkmal 1955 den im Zweiten Weltkrieg gefallenen Wehrmachtssoldaten gewidmet.
In deutlichem Gegensatz dazu steht die erst im Jahr 2000 eingerichtete Gedenkstätte, die an das KZ-Außenlager, das im August 1944 errichtet wurde, und dessen Opfer erinnert. Die hier unter unmenschlichen Bedingungen lebenden rund 2000 KZ-Häftlinge mussten in den nahegelegenen Büssing-Werken Zwangsarbeit leisten – viele fanden hier den Tod.

schillstrasse-aRegionaler Bezug und Arbeit mit Zeitzeugen
Vor allem der regionale Bezug sorgte bei den Schüler*innen des 12. Jahrgangs dafür, das Geschehene doch noch einmal auf andere Art und Weise wahrzunehmen, während sie die unterschiedlichen Facetten der Gedenkstätte bearbeiteten und so das inhärente Spannungsverhältnis zwischen den gegensätzlichen Bezügen verdeutlichen konnten.
Nicht wenige der Schüler*innen reflektierten im Anschluss, dass sie die Auseinandersetzung mit der Thematik emotional ergriffen und dafür sensibilisiert hätte, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht nur in Auschwitz oder Buchenwald stattgefunden haben. Zur Veranschaulichung des Geschehenen beigetragen haben wohl auch die Interviewaufnahmen von Zeitzeug*innen, die unter anderem in den Außenlagern in Braunschweig und Vechelde Arbeit leisten mussten.

schillstrasse-cFrüher KZ-Außenlager, heute Parkplatz
Für Irritation sorgte bei den Schüler*innen, dass dort, wo früher die Baracken des KZ-Außenlagers standen, heute ein Einkaufszentrum beziehungsweise dessen Parkplatz zu finden ist. Diesen konnten die Jugendlichen mit Hilfe des digitalen Geländeguides der Gedenkstätte (rundgang.schillstraße.de), der Luftbildaufnahmen von 1945 mit einer Standortbestimmung über GPS kombiniert, gleich mehrdimensional erkunden. Bis auf zwei unauffällige Denkmäler finden sich hier allerdings keine weiteren Zeugnisse des Geschehenen – eine Tatsache, die bei den Schüler*innen für deutliche Kritik sorgte.  

Zwangsarbeit in Braunschweig und Umgebung
Im Rahmen der Arbeit mit unterschiedlichen Quellen erschlossen die Schüler*innen außerdem eine Vielzahl an Informationen zum Einsatz von vor allem polnischen Zwangsarbeiter*innen in Braunschweig und der näheren Umgebung. Auch deren Lebensbedingungen wurden unter unterschiedlichen Fragestellungen erarbeitet – unter anderem besuchten die Schüler*innen dazu mit einer Gedenkstätte für die getöteten Kinder der osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen einen weiteren Ort, der einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Verfasst von Max Habermann, Referendar für Geschichte und Politik-Wirtschaft und begleitender Lehrer der Exkursion

 

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