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Exkursion des 10. Jahrgangs zur KZ-Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“ in Nordhausen

29.10.2018

stollenEs ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen.“ (Primo Levi, italienischer Schriftsteller und Auschwitz-Überlebender)
Exkursion des 10. Jahrgangs der IGS Peine in die KZ-Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“ in Nordhausen

Am Mi., 24. und Do., 25.10.2018 fuhr der 10. Jahrgang der IGS Peine mit jeweils drei Klassen mit Bussen nach Nordhausen in die KZ-Gedenkstätte ,,Mittelbau Dora``, um dort geführt durch Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora etwas über das ehemalige Konzentrationslager aus der NS-Zeit zu erfahren. Die oft sehr abstrakten und theoretischen Inhalte der aktuellen Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus und Rechtsextremismus“ sollten so greifbarer gemacht und in die Gegenwart übertragen werden.

Selina Stöter aus der Klasse 10.5 berichtet stellvertretend für die Schüler*innen:

Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir in Nordhausen an und schon, als der Bus durch die Tore des Gedenkstättengeländes fuhr, bekamen viele von uns ein eigenartiges Gefühl. Wir trafen uns im Museumsgebäude und die Klassen teilten sich auf die Führungen auf.

ApellplatzAlso machten wir uns auf den Weg in die Stollen. Neben den Erzählungen unseres Guides war es sehr eindrucksvoll, bei ca. 8°C und hoher Luftfeuchtigkeit unterirdisch durch den Berg Hohnstein zu laufen und fröstelnd die Hinterlassenschaften der Arbeit an den Raketen V1 und V2 anzuschauen. Die Vorstellung, dass die aus dem KZ Buchenwald herangeschafften Häftlinge hier unter unmenschlichen und mörderischen Bedingungen anfangs sogar schlafen mussten, wochenlang, ohne Tageslicht zu sehen, mit wenig Nahrung, unter übelsten hygienischen Bedingungen und ständig begleitet durch willkürliche Gewalt, war gruselig und sehr heftig für uns.

Nachdem wir alles angesehen hatten, machten wir im Museumsgebäude eine kleine Pause. Danach gingen wir zusammen vorbei am Appellplatz und an der Feuerwehrstation hinauf zum Krematorium. Allein dieses Gebäude und den Gedenkplatz davor anzusehen, löste bei uns Gefühle aus, die man gar nicht näher beschreiben kann. Als wir dann hineingingen, verstärkte sich die beklemmende Stimmung. An den Öfen vorbeizugehen, in denen etwa 6000 an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung verstorbene Lagerinsassen verbrannt wurden, vor dem Aschegrab zu stehen und den Geschichten über die Opfer zu lauschen und von den Berichten überlebender Zeitzeugen zu hören, untermauerte dieses mulmige Gefühl noch zusätzlich.

Krematorium und GedenkstätteUnsere sonst so aufgedrehte Klasse war mit einem Mal still und die Stimmung war gedrückt. Ein Moment, in dem man realisierte, welche fürchterlichen Dinge an diesem Ort geschahen.

An diesem Punkt endete unsere Führung und wir gingen zurück zu den Bussen. Auch nachdem wir die Tore des ehemaligen Lagers hinter uns gelassen hatten, verfolgte uns dieses eigenartige Gefühl noch lange. Es war schauderhaft, dort umher zu laufen, wo vor ca. 75 Jahren tausende Menschen die schlimmsten Erfahrungen ihres Lebens machen mussten.

Ganz klar: Es war ein sehr spannender und lohnenswerter Ausflug, an den wir sicher noch lange denken müssen und über den wir noch viel sprechen werden.“

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