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Schulinterne Fortbildung treibt digitales Lernen an der IGS Peine voran

03.09.2018

Schilf in der IGSDie Lehrkräfte der IGS Peine setzten sich Mitte August einen ganzen Tag lang unter dem Titel „Lernen und Unterrichten mit iPads und anderen digitalen Hilfsmitteln“ intensiv mit der Digitalisierung im Schulleben auseinander. In 25 Workshops wurde diskutiert, hinterfragt und vor allem ausprobiert. Auch die aktuell geführte Debatte um die Digitalisierung der niedersächsischen Schulen hielt Einzug in unzählige Gespräche.

Schilf-TeilnehmerinnenBereits im letzten Schuljahr schaffte die IGS Peine iPads an und die technischen Pioniere und die neugierigen Erprober*innen unter den Kolleg*innen testeten prompt die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Denn es geht nicht darum, nur mal eben etwas zu googeln oder einen Text zu tippen, sondern den Unterricht zu bereichern, die Geräte sinnvoll und effizient einzubinden und den reflektierten Umgang mit ihnen zu fördern.

Die schulinterne Fortbildung mit vielen Workshops unterschiedlichster Akzentuierung, externen Referent*innen von Kooperationsschulen, der Universität Marburg, dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätssicherung, den Medienzentren Peine, Hannover und Goslar sowie dem Westermann Verlag stellte einen Meilenstein dar, der den Startschuss für die gemeinsame und schulweite Arbeit am Thema digitales Lernen gibt. Mit der Einführung des digitalen Klassenbuchs für das aktuelle Schuljahr ging man an der IGS Peine einen weiteren Schritt und erleichtert so den Lehrer*innenalltag und reduziert den Papierverbrauch deutlich.

Bereits während des einleitenden Elevator Pitches zeigte sich die große Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten direkt aus dem Unterrichtsalltag. So helfen Apps den Schüler*innen dabei, Lernplakate einfach und optisch höchst ansprechend zu layouten. Die Dokumentenkamera-App macht es möglich, jedes Schüler*innenergebnis schnell und unkompliziert, also ohne Folie, Overheadprojektor, Poster oder Tafelanschrieb, allen sichtbar zu machen. Verschiedene Apps, mit denen sich Quiz, Denkspiele, Rätsel oder Umfragen erstellen lassen, können in allen Fächern gewinnbringend eingesetzt werden. Klick macht es vielleicht mit der vorgestellten Mathe-App, mittels derer man sofort sieht, wie sich eine Parabel optisch wandelt, wenn sich eine Variable ändert.

Schilf-TeilnehmerinnenIm Anschluss an diese gemeinsame Motivationsphase bearbeiteten die Lehrkräfte, ausgestattet mit iPads aus den Medienzentren Peine, Hannover und Goslar, jeweils drei Workshops, die sie nach eigenem Interesse und Bedarf wählten. Praktisch und unterrichtsnah verliefen die Workshops von Stefan Burggraf (Universität Marburg), interaktive Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung und digitale Präsentationsformen wurden nicht nur vorgestellt, sondern sofort erprobt. Die Workshopteilnehmer*innen zauberten so in Windeseile digitale Poster zu den verschiedensten Unterrichtsinhalten oder erstellten flugs einen Comic für einen problematisierenden, schülernahen Unterrichtseinstieg. Es gab ebenfalls Workshops, die einen eher einführenden Charakter hinsichtlich der Nutzung von iPads und Tablets hatten oder auch einen Fächerschwerpunkt legten. Es wurde mit einem Greenscreen gearbeitet, Werkzeuge für die Musikproduktion erprobt und ein Tag mit iPads nacherlebt.

Moment malAber auch die kritischen Fragen und Stolperfallen erhielten ausreichend Raum. Die Aussage des niedersächsischen Wirtschaftsministers Althusmann etwa, dass davon auszugehen sei, dass Smartphones und Tablets ganz natürlicher Bestandteil des Unterrichts von morgen sein werden und bis 2021 zur Pflichtausstattung der Schüler*innen gehören werden, rief auch unter den Lehrkräften die Frage nach der Finanzierung hervor. Kann man diese Anschaffung den Eltern verpflichtend auferlegen oder sollte das Land dies übernehmen oder zumindest bezuschussen? Was ist in diesem Fall sinnvoll und gerecht? Der Workshop „Moooment mal!“ bot den Lehrkräften die Gelegenheit, solche Fragen zu diskutieren, Schwierigkeiten und Bedenken zu antizipieren, aber eben auch Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, die durchaus auch ungewöhnlicher, pragmatischer oder kreativer Art waren. Die Sorge des Landeselternrates, die Rechtschreibkompetenz und die Handschrift der Schüler könnten verkümmern, sowie die mögliche Schließung von Schulbibliotheken aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung wurden ebenfalls diskutiert. Konsens herrschte darüber, dass Smartphones und Tablets kein Allheilmittel darstellen, aber eine Bereicherung im Methoden- und Medienkanon seien, ebenso müsse der kritische Umgang mit Medien zur Selbstverständlichkeit in allen Unterrichtsfächern werden. Und wie sollen die Lehrkräfte den „digital natives“ eigentlich etwas beibringen? Die mit der Digitalisierung einhergehende Veränderung der Lehrerrolle stellte einen weiteren spannenden Diskussionspunkt dar. „Die Vermittlung von Kompetenzen ist unser Kerngeschäft. Also müssen wir unseren Schüler*innen auch die Fertigkeiten im Umgang mit neuen Technologien vermitteln, um sie für den Arbeitsmarkt und vor allem für ihr Leben fit zu machen.“ sagt Schulleiterin Ulla Pleye. Also macht sich die IGS Peine auf den Weg, neue Konzepte zu entwickeln und Wege zu gehen, um den Unterricht und das Lernen zeitgemäß und der digitalen Welt angemessen voranzubringen. Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, was übrigens schon Schiller vor über 200 Jahren sagte.

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