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Lesungen „Eichmann-Protokolle“ und „Die Nacht, in der die Mauer fiel“

Pressemitteilung der IGS Peine vom 12.03.2018

Am 7. Februar und am 1. März hatten die Schüler*innen des 10. Jahrgangs und der Oberstufe der IGS Peine Gelegenheit, anknüpfend an den Unterricht in den Fächern Gesellschaftslehre und Geschichte an zwei Lesungen in der Aula der Schule zur deutschen Geschichte teilzunehmen.

Zunächst erfolgte am 7. Februar eine szenische Lesung der Hannoverschen Kammerspiele aus den Eichmann-Protokollen:

Nach einer kurzen Vorstellung der zwei Darsteller, Harald Schandry und Bernd Surholt wurden zunächst zeitgenössische Schlagzeilen eingeworfen, um die Schüler*innen auf den historischen Hintergrund einzustimmen.

Darauf folgte die eigentliche Lesung, die ausgewählte Passagen aus der Vernehmung Eichmanns beinhaltete und dessen Selbstwahrnehmung und Selbstverantwortung zu den ihm zur Last gelegten Taten deutlich machte.

Eichmanns Sicht auf sich, sein Handeln und die damaligen Gegebenheiten, wurde immer wieder in Frage gestellt, indem er mit den Untersuchungsergebnissen und erhobenen Fakten zu seiner Funktion im Nationalsozialismus und zur systematischen Ermordung von Jüdinnen und Juden konfrontiert wurde.

Die Art und Weise, wie die Schauspieler diese Konfrontation und Eichmanns Entgegnung darauf über die ausgewählten Passagen aus Verhörprotokollen deutlich machten, hinterließ sowohl bei den Schüler*innen, als auch bei den anwesenden Lehrkräften einen unmittelbaren, fesselnden Eindruck.

Dieser wurde auch in den vielfältigen Nachfragen und Kommentaren von Lehrer*innen- und Schüler*innenseite, zu denen im Anschluss an die Lesung Gelegenheit gegeben wurde, deutlich.

Am 1. März fand dann eine Lesung zur Nacht des Mauerfalls durch einen Zeitzeugen statt:

Den Schüler*innen des 10. Jahrgangs wurde durch Herrn R. Deckert, der den Mauerfall als Zwölfjähriger erlebt hatte, ein Überblick über seine Erlebnisse und Erfahrungen im Alltag in der DDR gegeben.

Dabei waren der Schulalltag und die Freizeitbeschäftigung wesentliche Themen, aber auch die Studien- und Berufswahl und der Berufsalltag von DDR-Bürgerinnen und Bürgern.

Herr Deckert, der aus einer evangelischen Pastorenfamilie heraus die DDR erlebt hatte, war durch den Mauerbau auch mit der Situation konfrontiert, Verwandte in Westdeutschland nicht besuchen zu können und erlebte die DDR eher als einschränkend, obwohl er seine Kindheit in ihr als durchaus glücklich bezeichnete.

Seine Eindrücke und die vieler anderer Menschen von der Nacht des Mauerfalls, fasst er als Herausgeber in einem Erzählband zusammen. Exemplarisch schilderte er den Schüler*innen von der gesellschaftlichen Stimmung in der DDR um diese historische Nacht herum und auch von den Bildern der Flüchtlinge in der Prager Botschaft sowie von der historischen Pressekonferenz, die die sofortige Reiseerlaubnis der DDR-Bürger*innen zur Folge hatte, berichtete er anschaulich.

Einige aufkommende Fragen der Schüler*innen wurden zum Teil in der Vorlesung schon beantwortet und werden nun im Unterricht noch vertiefend behandelt.

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