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Tanzprojekt „ich & ich & ich“ der IGS Peine und des Staatstheaters Braunschweig

21.11.2017

2017 tanz2Am 1. November ist ein einmonatiges Tanzprojekt des Darstellenden-Spiel-Kurses im 8. Jahrgang gestartet, das zur Hälfte im Staatstheater Braunschweig stattfindet und dort unter dem Namen „tanzwärts“ bereits seit einigen Jahren mit Schulklassen und interessierten Laien durchgeführt wird. Aufführungen sind am 1.12. und 2.12. jeweils 19.00 Uhr und am 3.12. um 14.00 Uhr im Kleinen Haus in Braunschweig.

 

2017 tanz1„Mehr Power in die Bewegung legen, Blick nach vorne, Konzentration, und go...!“, so geben Thiago und Wessel, die beiden Profitänzer und Choreographen des Staatstheaters freundlich, aber bestimmt ihre Anweisungen. 18 Schülerinnen und Schüler aus dem Theaterkurs des 8. Jahrgangs folgen den Aufforderungen eifrig und konzentriert. „So diszipliniert kenne ich sie aus dem Unterricht kaum“, freut sich Theaterlehrerin Agnes Koller, die das Projekt für die IGS organisiert und in engem Kontakt mit der Tanzvermittlerin Julia Honer und den beiden Tänzern aus Holland und Portugal betreut.

Die Laienprojekte des Theaters sind jedes Jahr eng an eine bestimmte Produktion aus dem Profibereich des Hauses angelehnt – in diesem Jahr ist es das Tanztheater „Peer Gynt“ des Schweizer Haus-Choreographen Gregor Zöllig. Gemeinsam sieht sich der Kurs auch eine Abendvorstellung dieses Stückes an und die SchülerInnen erkennen begeistert einzelne Bewegungsfolgen und Motive wieder, die sie auch selbst in abgewandelter Form üben und umsetzen. Mit 50 weiteren Laien aller Altersstufen werden sie selbst in vier Wochen auf der Bühne des Kleinen Hauses stehen und ihre Künste zeigen. Für diesen großen Tag sind sie bereit, einiges in Kauf zu nehmen.

2017 tanz3An der IGS wird dieses Projekt durch eine enge Kooperation und viel guten Willen seitens aller Beteiligten möglich. Da die SchülerInnen jeden Tag drei Stunden proben müssen und an zunächst zwei Tagen pro Woche, in der Endphase des Projektes dann jeden Tag in Braunschweig auf der Bühne üben, fahren sie, betreut von ihrer Lehrerin, mit Zug und Straßenbahn nach Braunschweig ans Theater. Unterstützt wird das Projekt durch das Bildungsbüro Peine, das die Kosten zu einem großen Teil aus dem Regionalen Bildungsfonds bezuschusst, sodass die Eltern nicht selbst für die Kosten aufkommen müssen. Das Theater erhält von der Stiftung „Die Braunschweigische“ Gelder für die Honorare der Tänzer und Bühnenkosten. Beide Stiftungen haben zum Ziel, Menschen aus allen Kulturen und Schichten einen Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen und sie dafür zu begeistern.

2017 tanz4In der Schule selbst proben die Schüler an den anderen Tagen in der Gymnastikhalle der BBS, die ebenfalls eingebunden ist. Eltern und KollegInnen der Schule wurden in Informationsveranstaltungen über das Projekt informiert. Ihre Unterstützung ist dringend notwendig, da der ausfallende Unterricht mit Hilfe eigens angefertigter Arbeitspläne in der Freizeit nachgeholt werden muss. Engagierte LehrerInnen bieten dafür extra Nachmittagsbetreuung an, Eltern müssen an den Wochenenden ran und mit ihren Sprösslingen lernen. Theaterlehrerin Koller selbst ist beinahe rund um die Uhr im Einsatz, plant Fahrten, Proben, Betreuung und steht für Fragen und Gespräche mit besorgten Eltern und interessierten KollegInnen zur Verfügung. Auch jetzt schon auftretendes Lampenfieber sowie Muskelkater und andere Wehwehchen müssen gemeistert werden.

Als Lohn winken am Ende drei Vorstellungen auf einer Profibühne, in extra für jede/n TänzerIn genähten Kostümen, unter professionellen Bühnen- und Lichtverhältnissen, vor „echtem“ Publikum. Für die Premiere am 1.12. um 19.00 Uhr gibt es nur noch wenige Karten, weitere Aufführungen finden am 2.12. um 19.00 Uhr und am 3.12. um 14.00 Uhr statt.

2017 tanz5Viel wichtiger findet das Lehrerkollegium der IGS aber die pädagogischen Effekte dieses tollen Projekts. Schulleiterin Ulla Pleye freut sich über den außerschulischen Lernort und die Außenwirkung, die zeigt, welche Dinge Schule ermöglichen kann, wenn engagierte Menschen zusammentreffen. Andreas Hellmann, didaktischer Leiter, stellt vor allem die erworbenen sozialen und emotionalen Kompetenzen in den Vordergrund. Gemeinsam mit Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlicher kultureller Hintergründe eine Einheit auf einer Bühne zu werden, bedeutet viel Disziplin, Konzentration und Durchhaltevermögen. So intensiv könne Schule diese Kompetenzen kaum vermitteln. Aber auch kognitive Effekte werden nach einem Monat intensivstem körperlichen Training spürbar sein, das zeigen Studien über schulischen Erfolg in beispielweise Naturwissenschaften und Mathematik, da verschiedene Bereiche im Gehirn angesprochen und Vernetzungen gefördert werden. 2017 tanz6Fatima Okeil, Leiterin des Fachbereichs Deutsch und Darstellendes Spiel freut sich vor allem über den „Theatergeist“, der sich durch dieses und andere Projekte allmächlich an der IGS Peine ausbreitet: „Immer mehr Schülerinnen und Schüler interessieren sich für das Fach Darstellendes Spiel, die Anwahl in der Sekundarstufe II ist immens. Im Hinblick darauf, dass 2019 die ersten Abiturprüfungen im Fach Darstellendes Spiel stattfinden werden, sind das erfreuliche Fakten.“ Die Theaterlehrerin freut sich über tolle künstlerische Anregungen für ihren eigenen Unterricht und die Begeisterung, mit der ihre SchülerInnen dabei sind.

 

Also – schnell noch Karten besorgen – und dann Vorhang auf! Toi, toi, toi!

                                                                                                          (verfasst von Agnes Koller)

Artikel der Braunschweiger Zeitung vom 30.11.2017:

gegenwelt zu peer gynt BS Z 30.11.2017

Artikel der Peiner Nachrichten vom 27.11.2017:

 

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